sh:z - Koalition einig über den Weg zur Kreisreform - Samstag 15.Dezember.2007
sh:z - Koalition einig über den Weg zur Kreisreform
Nach zehn Stunden Verhandlungen hat der Koalitionsausschuss sich über Kriterien für eine Verwaltungsreform und über den finanziellen Ausgleich für Schulbuskosten verständigt.
- Kiel (sh:z) - Viereinhalb Stunden in der Nacht zu Freitag, fünfeinhalb Stunden am Freitagabend: Nach zähem Verhandlungsmarathon hat der schwarz-rote Koalitionsausschuss in Kiel eine erste Einigung bei der Verwaltungsstrukturreform und bei den Schülerbeförderungskosten erreicht.
Verwaltungsreform, Der Fahrplan: Das Kabinett will am kommenden Montag Leitlinien verabschieden. Der Landtag soll sie im Februar 2008 beschließen. Bis Ende 2008 sollen sie mit den Kommunen diskutiert werden. Im April 2009 soll der Landtag das Gesetz dazu verabschieden. Es schreibt die Anforderungsstruktur für Kreise und kreisfreie Städte fest. In der ersten Jahreshälfte 2012 stellen Gutachter fest, ob die Kreise die Anforderungen erfüllt haben. Wenn nicht, sind Fusionen fällig. Spätestens mit der Kommunalwahl 2013 soll das Gesetz umgesetzt sein. Der Inhalt: Kreise sollen eine Mindestgröße von 180 000 bis 200 000 Einwohnern und eine maximale Größe von 25 Prozent der Einwohnerzahl Schleswig-Holsteins haben; das sind rund 700 000. Die Mindestgröße entfällt, wenn ein Kreis mehr als 2500 Quadratkilometer groß ist.
Mit dem Gesetz werden 2009 vier Kooperationsräume gebildet:
Durch Zusammenarbeit in diesen Räumen müssen die Kreise Einsparungen in Höhe von insgesamt 61 Millionen Euro erzielen. Kiel und Lübeck können kreisfrei bleiben. Die Sonderzuweisungen für die kreisfreien Städte Flensburg und Neumünster sollen noch über Jahre erhalten bleiben, auch wenn sie mit Nachbarkreisen fusionieren. SchulbuskostenFür den Ausfall der Elternbeiträge zu den Schulbuskosten (siehe nebenstehenden Bericht) erhalten die Kreise einen finanziellen Ausgleich in Höhe von 9,5 Millionen Euro. 5,5 Millionen Zinsersparnis erzielen sie durch eine vorzeitige Abschlagszahlung über 124 Millionen Euro aus dem kommunalen Finanzausgleich. Das Land verzichtet auf mindestens eine Million Euro Feuerschutzsteuer. Der Rest wird im Doppelhaushalt 2009/10 festgelegt.