- Heide – Was zunächst wie ein Geburtstagsgeschenk für den Verein „Wir sind Dithmarschen“ aussah (er war am 16. Dezember vergangenen Jahres mit dem Ziel gegründet worden, den Kreis Dithmarschen als eigenständige Gebietskörperschaft zu erhalten), entpuppte sich als recht faules Ei. Nicht nur der Verein wurde von der Nachricht überrascht, dass – entgegen dem vor Kurzem gefassten Beschluss des CDU-Landes-Parteitages – nach dem Willen des Koalitionsausschusses ab 2013 doch Zwangsfusionen durchgesetzt werden sollen.
Von Werner Siems
„Enttäuscht vom Ministerpräsidenten und CDU-Landesvorsitzenden“ regte der erste Vorsitzende Oliver Kumbartzky auf der Jahreshauptversammlung im Stadttheater eine aktuelle politische Aussprache an. In parteiübergreifender Solidarität kritisierten die Anwesenden – unter ihnen die Kreisvorsitzenden von CDU, SPD, FDP, UWD und Grünen – die bisher bekannt gewordenen Beschlüsse des Koalitions-Ausschusses. Ungehalten und „ein großes Stück sauer“ waren sie über das „Informationschaos“ der Landesregierung, das ein „Superbeispiel von Unprofessionalität“ sei. So hätten „Kreisvorsitzende den ganzen Tag rumtelefonieren müssen“, um an die spärlichen Informationen zu gelangen.
Einig war man sich auch in weiteren Einschätzungen: „Verlässlichkeit der Aussagen der Landesregierung haben eine kurze Halbwertszeit“ und „Welcher Hahn kräht 2013 danach, was eine Übergangsregierung 2006 für Unsinn geredet hat.“ Da es noch kein offizielles Ergebnis-Protokoll des Koalitions-Ausschusses gab, wurden vonseiten der Mitglieder zunächst keine konkreten Schritte beschlossen.
Zweck des 370 Mitglieder starken Vereins ist auch die Förderung der Heimatpflege und Heimatkunde. Unter diesem Aspekt sind für das kommende Jahr zwei Projekte geplant. So will sich „Wir sind Dithmarschen“ des Landesdenkmals an der Dusenddüwelswarft annehmen, das „dringend saniert werden muss“. Und im Herbst soll gemeinsam mit dem „Verein für Dithmarscher Landeskunde“ ein „Tag der Dithmarscher“ organisiert werden, den Oliver Kumbartzky als eine „Mischung aus Volksfest, Ehrenamtsmesse, Historikertreffen und Rockfestival“ umschrieb.
Zudem gab es eine Änderung im Vorstand: Kassenwart Rolf Eis schied auf eigenen Wunsch aus, Marcus Rolfs aus Tellingstedt wurde zu seinem Nachfolger gewählt. Einig waren sich alle, sich „durch den Dilettantismus der Landesregierung“ nicht die Freude an der Geburtstagsparty nehmen zu lassen, die im Anschluss an die Jahresversammlung stattfand.
Und es wurde ausgiebig gefeiert. Gut 1000 Gäste kamen, um bei der zweiten Auflage der „Wir-sind-Dithmarschen“-Party dabei zu sein. In zwei Sälen wurde ausgiebig und bei bester Stimmung getanzt. Im kleinen Saal heizte zunächst die achtköpfige „St.-Jürgen-Blues-Band“ mit Blues- und Rock-Klassikern ein und brachte die Stimmung im Saal zum Siedepunkt. Die Eigenproduktion „Wir lassen uns von niemandem verarschen, denn wir sind – Dithmarschen“ hatte es den Gästen besonders angetan. „Das Lied hat das Zeug zur Vereinshymne“, freute sich Kumbartzky.