DLZ - Hansen-Siebels überrascht CDU und FDP - Mittwoch 09.Januar.2008
DLZ - Hansen-Siebels überrascht CDU und FDP
- Dithmarschen (zab) - Wird die drohende Zwangsfusion Dithmarschens mit Steinburg nun doch zum Wahlkampfthema? Mit ihrem Unverständnis für die „Schwarzseherei“ hat SPD-Kreisvorsitzende Angelika Hansen-Siebels die anderen Parteien überrascht. Dass der Büsumer SPD-Land- tagsabgeordnete Detlef Buder die von der Landesregierung beschlossenen Leitlinien sogar als „Chance für Dithmarschen“ bezeichnet, hat sogar für erhebliche Verärgerung gesorgt. Die Sozialdemokraten hatten für Dithmarschen ein Sparpotenzial von zwei bis fünf Millionen Euro errechnet.
Noch im Dezember hatten die Parteispitzen von CDU, SPD, FDP, Grünen und UWD auf der Mitgliederversammlung des Vereins „Wir sind Dithmarschen“ eine gemeinsame Linie vertreten: gegen Zwangsfusionen von Kreisen. „Die Diskussion um die Kreisgebietsreform hat ja im Laufe der Monate ohnehin bizarre Formen angenommen, dass jetzt aber spekulativ gerechnet wird, ist dann doch wohl ein Vorbote auf die bevorstehende Kommunalwahl“, kritisiert FDP-Kreisvorsitzende Veronika Kolb die neue SPD-Position. Das Rechenwerk der Landesregierung mit zu berücksichtigenden Wattflächen und zu erbringendem Sparpotenzial sei ganz klar gegen Dithmarschen gerichtet. Kolb: „Für alle, die den aus Dithmarschen gestarteten Widerstand unterstützt haben, gibt es plötzlich Ausnahmen – Zufall?“
Auch CDU-Kreisvorsitzender Timm Hollmann fände es „schade, wenn das gemeinsame Engagement nun einer Wahlkampf-Nervosität geopfert würde. Mutmaßungen über die Erreichbarkeit von Einsparpotenzialen bleiben Kaffeesatzleserei – bis die Landesregierung konkrete Vorgaben macht“. Es sei nicht die Zeit, um Fehler im Regierungshandeln zu rechtfertigen, kritisierte Hollmann die Dithmarscher SPD-Spitze.