
Der Heider CDU-Vorsitzende Klaus Pohl hat die Aussagen als ein Zurückdrehen der bisherigen Aussagen aus der Koalitionsvereinbarung verstanden. „Wir können ein bisschen mehr hoffen. Aber ich habe das Gefühl, dass die Hintertür zur Fusion offen bleibt, da nur diffuse Ziele formuliert werden. Es klingt moderater, aber das Thema ist nicht vom Tisch.“
Positiv reagierte die Meldorfer CDU-Chefin Monika Czabania-Ermer. „Es ist gut, dass Carstensen nach Meldorf gekommen ist. Er hat uns Hoffnung gegeben.“ Denn es sei klar geworden, dass „wenn wir zu Einsparungen kommen, Dithmarschen gute Chancen hat, eigenständiger Kreis zu bleiben“. Auf der anderen Seite könne es keinen Zweifel daran geben, „dass die Dithmarscher ihren Kampfesmut bewahren werden“, sagt sie.
Zuversichtlich zeigte sich auch Burgs CDU-Ortsvorsitzender Bernhard Weber: „Jetzt kommt es darauf an, dass Carstensen seine Interpretation der Leitlinien wirksam werden lässt. Er hat deutlich gemacht, die Fäden in den Händen zu halten – wenn er sie jetzt nicht verwirrt, hat Dithmarschen gewonnen“.
„Es war gut, dass Carstensen gekommen ist“, sagt auch Volker Nielsen (St. Michaelisdonn). Dessen Aussagen seien eine gute Basis, auf der weiterverhandelt werden müsse. „Wir sind und waren Vorreiter dabei, über Kooperationen Einsparungen zu schaffen.“ Hier könne man weitermachen. Das sei aber nicht möglich, wenn das Land nicht mitspiele, wenn es beispielsweise darum geht, Fachabteilungen der Verwaltung kreisübergreifend zu bündeln.
Die CDU sei gestärkt aus der Versammlung gegangen, meinte Brunsbüttels Ortsvorsitzender Jörg Lassen. Es habe deutliche Aussagen zu den rückwirkend anrechenbaren Kosteneinsparungen sowie den Effizienzrenditen gegeben. „Es gibt gute Chancen, dass der Kreis Dithmarschen in seinen Grenzen bestehen bleibt“, betonte Lassen. Allerdings müsse man an den Strukturen arbeiten. Eine Verwaltungsstrukturreform mache Sinn. „Das ist natürlich auch eine Generationenfrage, und wir Jüngeren sehen das sicherlich entspannter.“
Dass manch Ältere die Sache entspannter sehen, bestätigt die Stimme von Hans Thode, CDU-Bürgervorsteher und Pensionär aus Marne. „Die Atmosphäre war ruhig und sachlich. Es gab keine Provokationen“, berichtet er. Der Ministerpräsident habe die Ernsthaftigkeit und die Notwendigkeit der Leitlinien betont. „Und ich wundere mich über die Leute, die insgesamt Veränderungen für nötig halten und stets sagen ‚aber nicht bei uns‘.“
„Im Grunde ging es darum, bis zur Landtagswahl 2010 Ruhe zu haben“, meint hingegen Peter Mucke (Albersdorf). Bis dahin habe sich Carstensen „alle Türen offen gelassen“. Eine Entscheidung über eine mögliche Fusion werde nach der Wahl fallen, „je nachdem, wer gewinnt“. CDU-Fraktionsvorsitzender Klaus-Peter Tiessen aus Nordhastedt ist „gespannt“, ob sich die Aussagen des Ministerpräsidenten, da sie anders seien als die bisherigen schriftlichen Ausführungen, auch durchsetzen lassen. „Es ist erstmal nur eine Einzelmeinung.“
Bewusst nicht nach Meldorf gefahren ist dagegen Klaus-Dieter Appeldorn (57), CDU-Bezirksvorsitzender in Büsum. „Ich habe mich verweigert, weil ich skeptisch bin über den Wahrheitsgehalt der Äußerungen. Die Worte sind nur Beruhigungspillen.“