

Klimant: „Das ist ein Sieg der Vernunft.“ Er zieht auch den Hut vor den Fraktionen in der Landesregierung, die den Mut hatten, trotz der erst im Dezember des vergangenen Jahres festgelegten Marschrichtung, die Kreisgebietsreform jetzt komplett ad acta zu legen. Klimant: „Dies ist ein Indiz für politische Klugheit.“
Seit Beginn der Diskussion hat sich Dithmarschen von Fusionen distanziert. Den Kreis zur Disposition zu stellen, kam für die Menschen an der Westküste nicht in Frage. Der Verein „Wir sind Dithmarschen“ wurde ins Leben gerufen, es wurde demonstriert, diskutiert und mit Sachargumenten die Vorstellungen über das Einsparpotenzial durch Zwangsfusionen widerlegt. „Auch mit der Qualität der Kreisverwaltung konnten wir argumentieren“, spielte Klimant selbstbewusst auf zahlreiche Auszeichnungen an. In der Entscheidung der Landesregierung sieht er auch einen Erfolg für die Region.
Für den Landrat hatten die vom Land initiierten Gutachten von Anfang an weder Hand noch Fuß. Vor knapp einem halben Jahr beauftragte er daher gemeinsam mit den Landräten in Steinburg und Pinneberg ein eigenes Gutachterbüro, um Einsparpotenziale aufzeigen. Ausgelotet wird zurzeit eine enge Zusammenarbeit – wie im Personal, der Datenverarbeitung und dem juristischen Bereich.
Für Steinburgs Landrat Burghard Rocke war die Koalitionsentscheidung keine große Überraschung mehr. „Für uns ist das prima“, kommentiert er den Erhalt des Kreises in seinen jetzigen Grenzen. Es komme nun allerdings darauf an, alle Vorgaben für Kooperationen möglichst überzuerfüllen. „Sonst holt uns das Thema in ein paar Jahren doch wieder ein.“ Eine Zwangsfusion, so Rocke weiter, hätte für Steinburg dramatische Auswirkungen gehabt. „Das fängt schon damit an, dass irgendwo ein neues Kreishaus hätte gebaut werden müssen.“ In den Itzehoer Verwaltungsgebäuden, so seine immer wieder geäußerte Befürchtung, hätten dann „die Ratten gespielt“.